Versorgungslage in der Schmerzmedizin in Sachsen

Chronische Schmerzen betreffen immer mehr Menschen - die Versorgung steht unter Druck.

In Sachsen leben derzeit rund 100.000 Menschen, die an schweren chronischen Schmerzen leiden. Von ihnen werden etwa 33.000 Patienten von 107 niedergelassenen Schmerztherapeuten betreut.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass es schon heute an spezialisierten Versorgungsangeboten mangelt. Fachgesellschaften bewerten die Versorgung daher sowohl quantitativ als auch qualitativ als unzureichend.

Wachsende Herausforderungen

Die Zahl chronischer Schmerzerkrankungen nimmt kontinuierlich zu und gleichzeitig droht die Zahl der Schmerztheraptherapeuten zu sinken.

Hausärzte und Fachärzte sind mit der Versorgung dieser komplexen Patientengruppe häufig überfordert und verfügen nicht über ausreichende BehandlungsKapazitäten. 

Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung in der stationären Schmerzversorgung, Bestehende Klinikstrukturen werden zunehmend reduziert oder sogar politisch grundsätzlich infrage gestellt. Dadurch wächst der Druck auf die ambulante Versorgung, die langfristig alle Patienten nach dem biopsychosozialen Modell betreuen soll.  

Doch hierfür fehlen vielerorts die notwendigen personellen und strukturellen Voraussetzungen.

Ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung

Chronische Schmerzen zählen zu den kostenintensivsten Erkrankungen unseres Gesundheitssystems. Sie verursachen hohe direkte Behandlungskosten, aber auch indirekte Folgekosten durch Arbeitsunfähigkeit, Frühverrentung und eingeschränkte Lebensqualität.

Eine effiziente und nachhaltige Versorgung chronisch Schmerzkranker erfordert daher:

ein vernetztes und sektorenübergreifendes Versorgungsmanagement, starke ambulante Strukturen mit klar definierten Behandlungswegen, gezielte Schulung und Prävention, sowie die aktive Mitarbeit und Eigenverantwortung der Patientinnen und Patienten.

Unser gemeinsames Ziel

Nur durch ein abgestimmtes Handeln von Politik, Krankenkassen, Ärzteschaft und Fachgesellschaften kann die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen langfristig verbessert werden.  

Unser Ziel ist eine bedarfsgerechte, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Schmerzversorgung in ganz Sachsen, für mehr Lebensqualität und Teilhabe der Betroffenen.

  • 1 % Teilstationäre Versorgung
  • 4 % stationäre Versorgung
  • 32 % ambulante Versorgung
  • 63 % keine spezialfachärztliche Versorgung